Pleuraempyem

Shownotes

Fieber, Thoraxschmerzen, Dyspnoe – zunächst vielleicht nur eine Pneumonie. Doch wann wird daraus ein Pleuraempyem und vor allem: Wann reichen Antibiotika nicht mehr aus?
In dieser Folge geht es um Diagnostik, Drainage und chirurgische Therapie: Wann punktieren, wann drainieren und wann muss der Chirurg ran?
Wir sprechen über die entscheidenden operativen Schritte von VATS bis Dekortikation – und darüber, warum beim Pleuraempyem das richtige Timing entscheidend ist.
Von der eitrigen Pleurahöhle zur freien Lunge – Pleuraempyem auf den Punkt gebracht. 🫁🩺

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00:00:04: Hallo und herzlich willkommen zu Chirurgie-Aparot, der Podcast für deinen chirurgischen Businessstores.

00:00:09: Hier behandeln wir gängige chirurgische Krankheitsbilder um Studenten und Studentinnen, Assistenzärzten und Assistenzerzinnen und anderweitig medizinisch Interessierten diese näherzubringen.

00:00:19: Wir das sind Anna-Laura Hütner, Alexandra Spranger und Lea Bayer.

00:00:23: Chirurgen nennen in der allgemeinen Bisterial- und Torrackchirurgien des Klinikum Nürnbergs.

00:00:28: Zu jeder Folge findet ihr auch begleitendes Bildmaterial auf unserer Instagramseite chirurgieraparot.

00:00:33: Wir wünschen euch ganz viel Spaß und gutes Lernen.

00:00:58: Hallo, ihr beiden!

00:00:59: Ich wollte heute nochmal das Setting für unseren Fall wechseln.

00:01:02: Heute befinden wir uns nicht in der Notaufnahme und auch nicht in einer Sprechstunde.

00:01:08: Stattdessen sind wir konsiliarisch bei den Pneumologen unterwegs.

00:01:13: Hey Anna-Laura?

00:01:14: Na dann bin ich ja mal gespannt was das wird.

00:01:16: Konziele sind ja schon gerne mal Wundertüten...

00:01:19: Also es handelt sich um den einundachtzigjährigen Werner Schwarz.

00:01:23: Seit wann ist er denn im Haus und warum wurde er den Initial aufgenommen?

00:01:27: Herr Schwarz wurde vor zehn Tagen mit Husten- und Fieber bis zu neununddreißig Komma fünf Grad Celsius und allgemeinen Krankheitsgefühle aufgenommen.

00:01:34: In der Diagnostik hat sich dann das Bild einer Pneumonie gezeigt.

00:01:38: Eine Pneu- monie, ungangssprachlich als Lungenentzündung bekannt, ist eine Entzünderung die sich vor allem auf der Ebene der Alviolen abspielt und durch Infektionen mit Bakterien, Viren oder selten auch mal mit Pilzen verursacht wird.

00:01:50: Der häufigste Erreger dabei sind Pneumokocken oder der Streptococcuspneumonie.

00:01:55: Welche Therapie hat an der Patient bisher erhalten?

00:01:58: Neben der symptomatischen Therapie erfolgte die antibiotische Therapie mit Amoxicillin und Glavolansäure.

00:02:05: Die symptomatische Therapien beinhaltet eine antiflogistische Therapies zum Beispiel mit Paracetamol, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Inhalation mit Kochseilslösung und eine Mucolüse, beispielsweise mit ACC.

00:02:17: Außerdem ist auch hier schon ein konsequentes Atemtraining mittels Atemcoach relevant.

00:02:23: Was ist aktuell der Grund jetzt für die chirurgische, konsiliarische Vorstellung?

00:02:27: Initial hat der Patient gut auf die Therapie angesprochen – Jetzt aber kommt es wieder zu einem Infektwertanstieg!

00:02:33: Und der Patient hat immer mal wieder erneut aufgefiebert….

00:02:36: Wie hoch sind die Infektwerte

00:02:37: denn?!

00:02:38: Also, er hat eine Leukocytose von achtzehntausend pro Nanoliter und das CHP ist auf fünfzehn Milligramm pro D-Ziliter erhöht.

00:02:46: Ansonsten hat sich im Labor nicht groß viel geändert bis auf eine geringfügige Anämie mit einem HW von elf Komma zwei Gramm pro DC Liter.

00:02:57: Und wie sind die Kollegen der Pneumologie dann weiterverfahren?

00:03:00: Zunächst haben sie einen Röntgen-Torax durchgeführt und dort zeigten sich die pneumonischen Infiltrate rückläufig.

00:03:08: Initial hatte der Patient auch einen geringfügigen Pleurererguss rechtzeitig.

00:03:13: Der zeigt sich allerdings nun prokredient.

00:03:16: Ist denn auch eine Pleurasonographie erfolgt?

00:03:19: Das ist eine super Frage.

00:03:20: leer, denn zur Beurteilung eines Pleureergusses ist die Sonografie das Mittel der Wahl.

00:03:25: Einerseits lassen sie hier schon Ergüsse ab ca.

00:03:27: fünfzig Milliliter nachweisen Im Röntgen erst ab einhundert Milliliter.

00:03:31: Zudem können auch Septierungen und eine eventuell bestehende Organisation des Ergusses mittels Ultraschall besser dargestellt

00:03:38: werden.".

00:03:39: Ja, hier zeigt sich ein septierter Ergoss rechtzeitig mit einem Volumen von circa zweihundfünfzig Millilitern.

00:03:46: Die Kollegen haben auch schon eine Pleurer-Punktion durchgeführt.

00:03:50: Wunderbar!

00:03:51: Wie sah das Punktat denn aus?

00:03:52: Und haben Sie auch eine Mikrobiologie und Zytologie eingeschickt – und pH, LDH und Glucose im Punktat

00:03:57: bestimmt?!

00:03:58: Und warum interessiert uns das alles?

00:04:00: Genau, weil ein niedriger pH-Wert also ein saures Punktat sowie eine erniedrigte Glucose und ein erhöhtes LDH Anzeichen für Impleurer MPM sind.

00:04:09: Was das genau ist verrate ich euch bald!

00:04:23: pro Liter.

00:04:29: Na, das klingt doch dann wirklich nach dem von Alex bereits erwähnten Pleurer-MPM?

00:04:33: Genau!

00:04:34: Das ist auch die konsulärische Fragestellung.

00:04:37: So und jetzt wie versprochen kommt auf die Definition.

00:04:40: Bei einem Pleurer MPM handelt es sich lapidar gesagt um eine alte Ansammlung im Brustkorb.

00:04:45: In der Pathogenese beginnt die ganze Geschichte häufig mit einer Pneumonie – wie auch bei Herrn Schwarz.

00:04:50: Durch die Entzündung erhöht sich dann die Kapilarpermeabilität und es kann interstizielle Flüssigkeit in den Brustkopf übertreten.

00:04:57: Es entsteht also ein Pleurer-Erguss, im weiteren Verlauf können auch Herr Räger die Pleurer durchwandern und den Erguss infizieren – so entsteht das Pleurrempem.

00:05:06: Als ziemlich genau die Geschichte, die auch unser Patient bietet!

00:05:09: Zu vollständigen Diagnostik hätte ich gerne noch einen CT-Torrax mit IV-Konstrastmittel.

00:05:13: Ist das eventuell sogar schon erfolgt?

00:05:16: Ja….

00:05:16: Die Kollegen sind aufsack... In der Computertomographie zeigt sich ein gekammerter Agus mit Pleurer Enhancement.

00:05:24: Unter einem Pleurer enhancement versteht man die Anreichung von Kontrastmittel im Bereich der Pleureparietales und Visceralis, das aufgrund der vorhin schon erwähnten erhöhten Kapillarpermiabilität mehr Kontrastmitteln übertreten kann.

00:05:38: Außerdem will ich noch kurz erklären weshalb eine Computertomatografie wenn doch unsere Diagnose eigentlich schon fast steht Man sollte präoperativ klären, ob noch parallel zu dem Plurre-MP eine pulmonale Raumforderung oder ein Lungenabstess besteht.

00:05:52: Hier wäre dann gegebenenfalls eine Lungenresektion

00:05:54: erforderlich.".

00:05:56: Und dann würde ich jetzt zum äußersten schreiten und mir den Patienten auch mal klinisch anschauen nachdem ich hier alle Befunde gesammelt habe.

00:06:02: Das klingt nach einer hervorragenden Idee!

00:06:05: Worauf achtest du denn besonders?

00:06:07: Also erstmal interessieren mich natürlich die Vitalparameter und da der Patient auch nicht mehr der Jüngste ist, der Allgemeinzustand, Vorerkrankungen und die Vormedikation.

00:06:15: Und ich führe natürlich auch eine körperliche Untersuchung durch wobei ich besonders auf die Atemmechanik und die pulmonale Auskultation wert

00:06:21: lege.".

00:06:22: Der Patient legt ruhig atmen mit einer Atemfrequenz von fünfzehn Atemzügen pro Minute in seinem Bett.

00:06:28: Er hat einen normalen Ernährungszustand Die Sauerstoffsetigung unter zwei Liter Sauerstof liegt bei Die Herzfrequenz liegt bei siebenundachtzig Schlägen pro Minute und der Blutdruck liegt bei hundertvierunddreißig zu zwarnachtzig mmhg.

00:06:45: Während du dich mit den Patienten unterhältst, fällt dann allerdings doch eine leichte Sprechdespnü auf.

00:06:50: die Atem-Hilfsmuskulatur muss der Patient nicht einsetzen.

00:06:54: Bei der Auskultation hörst du rechtzeitig ein abgeschwächtes Atemgeräuschbasal außerdem noch feinblasige Rasse Geräusche beizweizen.

00:07:02: Kleiner Fakt am Rande.

00:07:03: Bei der Atem-Hilfmuskulatur handelt es sich um eine Muskelgruppe, die das Zwerchfeld und die Interkustalmuskulator in Belastungssituationen nochmal extra unterstützt.

00:07:12: Hierzu zählen der muskulus sternocleidomastoideus, die musculis galinii, der musculos pectoralis maioa und minoa, den musculos seratus anterior sowie die Bauchmuskulartour.

00:07:23: Physiologisch kommt die Atemhilsmuskulateur bei starker körperlicher Belastungen zum Einsatz Pathologisch bei Dyspnötenfolge zum Beispiel eines Asthmaanfalls, einer COPD oder eben eine Pneumonie.

00:07:35: Der sichtbare Einsatz der Atemhilfsmuskulatur ist ein Zeichen für eine erhöhte Atemarbeit und kann auf eine drohende respiratorische Erschöpfung hinweisen – also Kavipp!

00:07:44: Bei Herr Schwarz passt ja dann wirklich alles zusammen?

00:07:46: Hat er den Vorerkrankungen und nimmt regelmäßig Medikamente ein?

00:07:50: Ja in der Tat, er nimmt einen Asthma-Spray bei einem Asthmapronchale ein außerdem Antihypertensive und Statine bei einer Hypercholesterinämie, und arteriellem Hypertonus.

00:08:01: Und er hat eine benigene Prosteterhyperplasier und nimmt deswegen Tamsulosin ein.

00:08:06: Erst vor einem Monat war er aber seinem Kardiologen und da war er wohl all das entsprechend gut im Schuss.

00:08:13: Gut wenn sich das so darstellt dann steht aus meiner Sicht die Indikation zur Operation Sprich zu Videoassistierten Toracoscopie kurz WATS mit Ausräumung des Pleurer MVMs.

00:08:24: Eine Antibiose hat er ja schon, die soll unbedingt weiterlaufen.

00:08:27: Würdest du auch präoperativ eine Turrax-Trinage einlegen?

00:08:31: In diesem Fall nein – da der Patient klinisch kompensiert ist und ich zeitnah einen OP-Slot zur Verfügung habe!

00:08:36: Wenn allerdings eine längere Wartezeit auf OP absehbar ist oder aber der Patient sich klinich also respiratorisch verschlechtert, werdet direkt eine Turrakstrinagenanlage bis zu OP empfehlenswert.

00:08:46: Hier legen wir mindestens eine sechzehnfremdgroße Trinage an.

00:08:49: Worauf legst Du denn bei der Operationsaufklärung besonders wert?

00:08:53: Natürlich bespreche ich die allgemeinen Risiken wie Infektion, Blutung und Nachblutung.

00:08:58: Speziell erwähne ich dann Verletzungen von Nerven zum Beispiel im Nervus Frenicus oder Interkostalnerven – Gefäßen, Lymphen, Herz- oder Rippen.

00:09:06: Insbesondere wenn ein minimalinvasives Vorgehen nicht sinnvoll möglich sein sollte kläre ich über Rippenfrakturen im Bereich der Torakotomie auf.

00:09:13: Relevant ist auch die prolungierte Lungenfistel mit verlängerter Drainagetherapie.

00:09:17: Nicht selten kommt es zu Rezediven mit Reoperationsbedarf.

00:09:21: Der Patient ist also jetzt einverstanden für die Operation und hofft einfach, möglichst bald wieder fit zu werden um das Krankenhaus zu verlassen.

00:09:28: Erzähl uns doch bitte mal wie die Operation abläuft!

00:09:31: Also erstmal wird der Patient in Seitenlage gelagert und zwar so dass die rechte Seite, also die zur operierende Seite oben ist.

00:09:38: Dann mache ich meine Zugänge.

00:09:39: wir operieren in der Regel Triportal also mit Dreidruckhahn

00:09:43: Aber ging es auch uniportal?

00:09:45: Ja, das geht auch.

00:09:46: Dann hätte man nur einen einzigen OP-Zugang der dafür etwas größer ist und man braucht ein spezielles Instrumentarium.

00:09:52: Aha!

00:09:53: Wo setzt du denn nun deine OP Zugänge?

00:09:55: Primär gehe ich im sechsten ICR vordere Axilarlinie ein und mache dann meine weiteren Arbeitszugänge in der Regel im siebten ICR hintere Axilarlinie und lege eine Minitorakotomie im dritten ICR mittlere Axilarlinie an.

00:10:07: Davor infiltriere ich jeweils eine Amphole Lokalanästhetikum in den ICR.

00:10:11: wir benutzen hier für Narropin

00:10:13: um die postoperativen Schmerzen zu verringern.

00:10:15: Genau und dann kommt als erstes mal die Exploration der Torachshöhle.

00:10:20: Beim Herrn Schwarz wussten wir schon anhand der Diagnostik, dass sich einige Sibbtierungen gebildet haben.

00:10:25: Vor allen Dingen Basal liegt schon eine Verschwartung vor.

00:10:28: Somit liegt ein ATS Stadium zwei bis drei vor.

00:10:32: Wie verfährst du jetzt weiter?

00:10:34: Hier nochmal einen kurzer Einwurf.

00:10:35: Und schon wieder sind wir mal wieder bei einer schönen Klassifikation Nämlich die ATS-Klassifikations.

00:10:41: Dieser steht für die American Thoracic Society und es werden drei Stadien des Pluralmpems unterschieden.

00:10:47: Unter Stadium eins versteht man die direkte Antwort auf den pluralen Reiz mit Entwicklung eines Plurialgusses.

00:10:53: Hier ist die Drainagetherapie ausreichend, wenn es nun aber zu einer extravaskulären Fibrin-Migration in dem Pleurerraum kommt bilden sich fibrinöse Sceptierungen und es liegt ein Stadium zwei vor.

00:11:04: Bleibt dies unbehandelt, kommt es im weiteren Verlauf zu einer Fibroblasthen-Einwanderung auf die Oberfläche beider Pleurerblätter und es bildet sich eine feste unelastische Membranen, die die Lunge fixiert.

00:11:15: Dann sprechen wir von einem Stadium III

00:11:18: Zurück im OP geht es jetzt darum das MVM auszuräumen also den Erguss abzusaugen und alle Septen zu lösen.

00:11:24: Hierbei werden Proben für die mikrobiologische Untersuchungen entnommen.

00:11:27: Das Lösen der Septen kann im frühen Stadium stumpfer folgen.

00:11:30: bei bereits vorliegender Fibrosierung kann auch ein scharfes Lösen notwendig werden.

00:11:35: Das klingt nach einem ziemlich langwierigen Geschehen.

00:11:39: Ja, das kann es durchaus werden!

00:11:40: Insbesondere weil ich wirklich darauf achten muss dass alle Verwachsungen sorgfältig gelöst werden und das Pleurer-MPM vollständig ausgeräumt ist so dass sich die Lunge am Ende der Operation wieder optimal entfalten kann und den Torrax wieder komplett ausfüllt.

00:11:53: Okay Und was machst du denn dann wenn eine fixierte Lunge vorliegt?

00:11:57: Die sich nicht entfaltet aufgrund von Fibrinbelegen?

00:12:01: Dann führe ich eine Dekortikation durch.

00:12:03: Also, ich löse die Fibrinbeläge schrittweise von der Lunge ab und befreie sie so wieder.

00:12:07: Außerdem wird die Pleura viszeralis mit entfernt.

00:12:10: Hierbei muss sich Penivel darauf achten keine Paranchymschäden zu verursachen, die uns im weiteren Verlaufprobleme im Sinne einer Paranchympfistel bereiten können.

00:12:18: Ja, unter dem Weiteren heißt es dann wohl spülen, spüeln, spühlen oder?

00:12:23: Ganz genau!

00:12:23: Damit die Keimlast möglichst maximal reduziert wird, spüre ich den Torrax mehrfach mit angewärmter Kochsaltslösung aus.

00:12:29: Hier muss man noch mal anmerken, dass es sehr wichtig ist das die Kochsalzlösung angewärmt ist.

00:12:34: Da kalte Flüssigkeit zu Herzrhythmusstörungen führen kann.

00:12:37: Das wäre unschön!

00:12:38: Und wenn ich damit der ganzen Spülerei fertig bin lege ich insgesamt drei Torraktrennagen ein zwei Großlumige nach Apikal und Basal zum Ableiten von Flüssigkeiten und dann auch eine dünnere Drainage als Spülkatheter.

00:12:50: Wenn ich mit der Spülarei fertig bin legen wir bei uns im Haus insgesamt drei Drainagen ein zwei großlumige Torraksdrainagen nach Apikal und Basal zum Ableiten von Flüssigkeit, und dann noch eine dünnere Drainage als Spülkatheter.

00:13:01: Es gibt allerdings auch Krankenhäuser – da werden nur reguläre Torrakesdrainagien eingelegt und keine postoperative Spülung mehr durchgeführt.

00:13:08: Eine eindeutige Evidenz gibt es hierfür keins der beiden

00:13:11: Prozedere.".

00:13:13: Gut, also dann kommen wir wieder zu unserem Haus und da wird dann auch weiterhin gespült auf Station richtig?

00:13:19: Ja.

00:13:20: Je nach Ausplägen des MPMs spülen wir noch für durchschnittlich drei bis fünf Tage ungefähr zweimal täglich den Torrakes weiter aus um die Keimlast zu reduzieren.

00:13:28: Jetzt sind wir ja schon quasi im postoperativen Setting.

00:13:30: Was gibt es dem Postoperativ sonst noch zu beachten?

00:13:34: Also neben der Spültherapie wird der Patient auch weiterhin antibiotisch abgedeckt.

00:13:38: Am ersten postoperative Tag machen wir einen Röntgen-Torrakes im Stehen Und bevor dann die Drainagen sukzessive entfernt werden, erfolgt auch noch mal eine Röntgenkontrolle.

00:13:47: Außerdem ist eine adäquate Analgesie sowie das Atemtraining essentiell – das haben wir schon in der Preumotorachs-Volge besprochen, aber das kann man gar nicht oft genug betonen!

00:13:55: Eine adäquote Analgesi sowie ein konsequentes Atemtraining sind zur Prämonieprophylaxe auch bei toragschyrogischen Eingriffen besonders wichtig.

00:14:04: Im Verlauf schaue ich natürlich auch die mikrobiologischen Befunde an und passe dann je nach Antibiogramm das Antibiotikum an.

00:14:10: Und wenn ich jetzt alle Drainagen entfernt habe, wie geht es denn dann weiter mit Herrn Spatz?

00:14:16: Dann wird nochmal zum Ausschluss eines Pneumotorachs nach Drainage einen Rentenbild angefertigt und wenn der Patient dann über circa vierundzwanzig Stunden beschwerdefrei ist kann er entlassen werden.

00:14:25: Was muss er denn nach der Entlassung beachten?

00:14:28: Wie schon betont soll er auf Schmerzfreiheit achten und das Atemtraining fortführen.

00:14:32: Außerdem kommt er bei uns eine Woche Nachentlassungen noch mal in die Sprechstunde um eine Röntgen- und Befundkontrolle durchzuführen.

00:14:38: Auch die Fäden von den Drainagen werden im Rahmen dieses Termins dann entfernt, dass weitere Nahtmaterial ist bei uns reservierbar.

00:14:44: Herr Vorragend!

00:14:45: Ich denke jetzt sind wir schon so weit und können zu den Ed-Ons gehen.

00:14:53: Zunächst würde ich gerne noch mal die Ursachen für ein Pleurer-MPM näher beleuchten.

00:14:58: Wir haben ja nur über die infektiöse Genese im Rahmen eines parapneumonischen Pleurer MPMs gesprochen Aber es gibt sicherlich noch andere Ursachen Stimmt's?

00:15:09: Ja, das parapneumonische Pleurer-MPM ist die häufigste Form und macht circa siebzig Prozent aller MPM mehr aus.

00:15:15: Aber dieses kann auch in Folge von malignen Prozessen auftreten vor allem wenn eine Pleurokarzinose vorliegt.

00:15:21: Außerdem kann es sich nach einem Trauma auf dem Boden eines Hematotorraks bilden – Blut ist nämlich ein hervorragender Nährboten für Bakterien!

00:15:28: Auch nach Intervention oder Operation am Torraks können Bakterie in den Torrakes gelangen und hier dann Infektionen und somit ein Pleurer MPM hervorrufen.

00:15:35: Gut, also Pleurer-MPME bleiben die denn immer innerhalb des Thoraxes?

00:15:41: Nein.

00:15:41: Es gibt das sogenannte MPEMA Necessitanz.

00:15:43: Hier durchbricht das MPEM die parietale Pleura, dringt in die Brustwand ein und dann auch in das umliegende Weichgewebe.

00:15:49: Das passiert zum Glück selten aber wenn es ist eine sehr ernste Komplikation und erfordert sofortiges Handeln.

00:15:55: Gut gut jetzt weitere Frage ich liebs!

00:15:57: Und zwar müssen alle Patienten in egal welchem Stadium eine Antibiose bekommen.

00:16:03: Das ist einfach zu beantworten, immer und sofort.

00:16:05: Die erste Wahl sind hier Aminopenicilline mit Betalaktamasehemmern.

00:16:09: Alternativ kommen auch Klyndamycin und Cephalosporin der zweiten oder dritten Generation zum Einsatz.

00:16:15: Entwickelt der Patient ein sämtliches Krankheitsbild sollte man eine Breitbandantibiotikung wie Pippa-Razilin und Tatzobactam einsetzen.

00:16:21: Gut!

00:16:22: Und jetzt meine Lieblingsadonfrage gezielt an Alex unsere Classification Queen Gibt es denn außer den ATS-Klassifikationen noch weitere Einteilungsarten?

00:16:34: Nicht direkt eine weitere Enteilung, aber eine Erweiterte.

00:16:37: Die ATS hat sich im Jahr six einem modifizierten Klassifizierung nach Leid angeschlossen – die die diagnostischen und therapeutischen Behandlungsempfehlungen anhand von sieben Stadien beschreibt.

00:16:48: Hier folgt eine noch differenziertere Einteiltion von Ergussarten und Empiehmstadien.

00:16:53: Die Stadienabhängigen Therapie-Empfehlungen sind jedoch weniger praxisbezogen als Empfehlung, die sich an morphologischen Kriterien orientieren.

00:17:00: Wow!

00:17:01: Wie gehe ich denn jetzt in den fortgeschritteneren Stadion vor?

00:17:05: Komme ich immer mit einer Watz und einer Pleurer MPM Ausräumung hin?

00:17:09: Es gibt natürlich schon sehr ausgeprägte Varianten, die nicht mehr minimalinversiv versorgt werden können.

00:17:14: Bestehen komplexe intratorakale Infektionen, die auch schon länger bestehen kann es notwendig sein eine intratorakkale Vakttherapie über eine Minitorakotomie über mehrere Wochen durchzuführen.

00:17:24: Noch mal eine kurze Erklärung hier an dieser Stelle, bei einer Wacktherapie also in der Vakuum-Assistik closure Therapie wird ein Schwamm eingebracht und abgedichtet und einen Unterdruck als ein Vakum angelegt.

00:17:35: Hier durch wird einerseits kontinuierlich Wundsekret abgesaugt und senkt somit die bakterielle Last.

00:17:40: außerdem wird durch den Sog die MPM Höhle verkleinert und das Gewebe aneinander adaptiert.

00:17:46: Außerdem wird durch dem unter Druck die Durchblutung gesteigert so dass die Oxygenierung verbessert.

00:17:52: Der Wack beschleunigt die Defekteilung außerdem durch eine Stimulation vom Fibroblastenaktivität, Angiogenese und Granulationsgewiebebildung.

00:18:01: Und wenn das auch zu keiner Befundverbesserung führt kann die Anlage eines Torraksfensters notwendig sein.

00:18:07: Im Verlauf nach Abklingen der Florideninfektion kann der entstandene Hohlraum dann mittels Lattissimus-Schwenklappen gefüllt werden.

00:18:13: So jetzt haben wir eigentlich hauptsächlich nur über Operation gesprochen.

00:18:16: Gefällt unser Besten aber gibt es auch eine konservative Therapie?

00:18:22: Optimal wäre schon die operative Versorgung, allerdings bei funktionell inoperablen Patienten kann man durchaus versuchen über eingelegte Torraksdrainagen Fibrinolytica also alte Plase zu verabreichen.

00:18:32: Hier durchhofft man dann dass sich das Pleura MPM verflüssigt und dann über die Drainagen und Spülungen abfließen kann.

00:18:38: Wer hier mehr wissen will kann auch gerne mal ein Blick in die MIST zwei Studie werfen, die sich genau mit diesem Thema nämlich befasst.

00:18:44: Ja!

00:18:45: Das werde ich wahrscheinlich wohl auch mal machen.

00:18:48: Ich glaube das sind jetzt die wichtigsten Fragen gewesen.

00:18:51: Viele Punkte zum Torax-Renagemanagement habt ihr ja schon in der Pneumotorax-Freuge hören dürfen und lernen dürfen, also unbedingt nochmal reinhören.

00:19:00: Und ansonsten bleibt mir eigentlich nur zu sagen vielen Dank!

00:19:03: Ich hoffe Ihr hattet ausreichend Spaß und bis zum nächsten Mal!

00:19:11: Okay aber wie immer das Beste.

00:19:13: zum Schluss es geht nicht ohne unsere Keyfacts.

00:19:16: Ein plurrär MPM tritt in den meisten Fällen auf dem Boden einer Pneuminie auf.

00:19:21: Haupteriger sind hier bei Pneumo Kocken.

00:19:23: Es kann grundsätzlich drei Stadien durchlaufen.

00:19:26: Zunächst kommt es zu einer Ergussbildung, in Folge einer erhöhten Kapilarpermiabilität.

00:19:31: Diese Ergust kann sich dann durch Eintritt von Erregern infizieren und je nach Ausprägung bilden sich Fibrinsepten bis hin zur komplexen Fibrotorax mit Fesselungen der Lunge.

00:19:40: Im Stadium I kann eine konservative Therapie mit Drainagenanlage und antibiotischer Therapie erfolgen.

00:19:46: Ab Stadium II ist die Operation mittels MPM-Ausrämmung und Spülung indiziert.

00:19:51: Wie bei jedem Torox-Eingriff ist im postoperativen Verlauf eine adäquate Analgesie und Atemtherapie unerlässlich.

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